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Nikon KeyMission 360 Test


Lange habe ich auf die erste 360° Kamera von Nikon gewartet, denn statt wie angekündigt im April, ist die Kamera erst im Dezember 2016 erhältlich gewesen.

Nikon KeyMission 360 Seitenansicht KeyMission 360

Wer mich kennt weiß, dass ich von Anfang an ein Nikonianer bin und die Kameras und Objektive bei meiner täglichen Arbeit sehr schätze. Als ich hörte, dass Nikon nun auch eine 360 Grad Kamera auf den Markt bringt, war für mich sofort klar - diese Kamera muss ich haben.
Den Markt der 360° Kameras beobachte ich schon eine Weile, doch fand ich bisher die Qualität der Ergebnisse für professionelle Zwecke unbrauchbar. Die Bilder aus einer Theta S oder der Samsung Gear 360 waren für mich eher im Hobbybereich anzusiedeln.

Brauchbare Videoergebnisse hatte ich bisher nur von der Kodak DVC-SP360 gesehen.

Da ich aber in erster Linie die 360° Bilder benötige, bezieht sich mein Test nicht auf die Videofunktion der KeyMission, sondern auf die Qualität und das Stitching (Zusammenfügen) der Bilder. Natürlich handelt es sich bei diesem Test um meine Erfahrungen und nicht um Laborwerte.

Die Lieferung über Amazon erfolgte Problemlos, da ich die 360 Cam ja bereits vor Monaten vorbestellt hatte. Eine microSDXC Speicherkarte mit 64GB lag auch schon zum Einsatz bereit. Es konnte also losgehen:

Die Verpackung der KeyMission 360 war wie von Nikon gewohnt hochwertig und auch die Kamera selbst macht einen super wertigen Eindruck. Bei einem Preis von 499,00 Euro sollte das aber auch der Fall sein. Die erste kleine Schwierigkeit hatte ich beim Einlegen des Akkus. Hier muss man zuerst den LOCK-Knopf verschieben, dann lässt sich der andere Schieberegler herunterdrücken und die Abdeckung öffnen.

KeyMission Batery und SD Fach

Als Batterie wird der Nikon EN-EL12 Lithium-Ionen-Akku verwenden, der auch in einigen Coolpix Kameras Verwendung findet. An dieser Stelle wäre gesägt, dass sich definitiv ein externes Ladegerät lohnt, da man ansonsten den Akku nur mit dem mitgelieferten Ladegerät am USB Anschluss der Kamera aufladen kann. Da das Nikon-Ladegerät so um die 55,00 Euro kostet, kann ich nur wieder folgendes Ladegerät empfehlen: Bundlestar inkl. 2x EN-EL12.

Die MicroSD Karten sind zwar etwas fummelig, lassen sich aber dennoch gut in den Slot schieben. Die Akkuklappe der Kamera sitzt sehr straff, was der Wasserdichtheit geschuldet ist. Durch den Lock-Schalter wird verhindert, dass sich die Klappe ausversehen öffnen und somit Wasser oder sonstige Dinge ins innerer der Kamera dringen können.

Schaltet man jetzt die Kamera über den Foto-Button an der Seite ein, erlebt man gleich die erste Überraschung. Es wird sofort ein Foto erstellt. Man hört einen 2 Sekunden langen Piepton, dann das Auslösegeräusch und man hat sein erstes 360 Grad Bild erstellt :).

Als erstes soll man die KeyMission mit einem mobilen Endgerät pairen (verbinden). Zuwider einiger Beschreibungen und Rezessionen bei Amazon klappte das bei mir auf den zweiten Anlauf. Bluetooth einschalten, das App SnapBridge 360/170 starten, die KeyMission 360 einschalten und die Kamera verbindet sich mit dem Smartphone. Bei mir war es das iPhone 6s mit IOS 10.2.

SnapBridge 170/360 bei iTunes für IOS

SnapBridge 170/360 bei Google Play für Android

Hat die Verbindung geklappt, sieht man auf dem Verbinden-TAB der App die Akkuanzeige mit einer Prozentangabe. Die App selbst ist relativ einfach und übersichtlich gehalten. Wer hier großes Kino erwartet wird enttäuscht. Sicherlich gibt es in Zukunft noch einige Updates. Bis zu diesem Zeitpunkt lief alles hervorragend und ich war auf die Fotos und Videos gespannt. Jetzt wollte ich doch die Ergebnisse sehen und die Kamera ausgiebig testen.

Verbinden TABKamera TABSonstiges TAB

Unter dem Kamera-TAB findet man die Fernauslösung, hier kann man auch rudimentäre Kameraeinstellungen vornehmen, unteranderem auch die Aufnahmeoptionen, die leider sehr zu wünschen übrig lassen. Momentan kann man nicht wirklich viele sinnvolle Einstellungen vornehmen. Was mich allerdings am meisten geärgert hat ist, dass die Kamera die Bilder ausschließlich im JPG-Format aufzeichnet und man keine Möglichkeit hat hier z.B. auf das RAW-Format zu wechseln. Die Größe (Auflösung) der JPG-Bilder beträgt 7744x3872 Pixel.

Klickt man nun auf die Fernauslösung wird man darüber informiert, dass das Wi-Fi der Kamera aktiviert wurden ist und man sich doch bitte damit verbinden solle, da ansonsten keine Fernauslösung mögliche wäre. MHH. WHAT? Ok, also unter Einstellung mit der SSID der Kamera verbunden und die Suche nach dem voreingestellten Passwort für die WLAN-Verbindung ging los. Um Eure Suche abzukürzen das Passwort lautet: NikonKeyMission und man findet es unter KameraeinstellungenNetzwerkmenüWi-FiAktuelle Einstellungen. Dort kann man es auch verändern.

Leider verliert die Kamera ständig die Wi-Fi-Verbindung zum Smartphone und man muss immer wieder die WLAN-Verbindung neu herstellen. Nach einer Weile nervt das extrem. Man verbringt eigentlich die meiste Zeit damit, die Kamera zu verbinden, anstelle Fotos zu machen. Warum man nicht gleich alles über WLAN oder nur über Bluetooth gelöst hat ist mir ein Rätsel, jedenfalls ist das umhergespringe zwischen Bluetooth-Verbindung und WLAN-Verbindung nicht zu ertragen (getestet mit iPhone - bei Android kann es anders sein).

Der nächste Dämpfer kam dann mit der Vorschau. Die Qualität ist nicht besonders und das Vorschaubild lässt sich nicht wirklich fließend bewegen. Noch dazu kommt, dass das Zusammenfügen der Bilder der beiden Objektive eine große Stitching-Kante ergibt. Das habe ich bei anderen 360 Cams schon wesentlich besser gesehen.

Das eine 360 Grad Kamera nicht die gleichen Ergebnisse wie eine Spigelreflexkamera leisten kann, ist mir ja klar. Ich hatte nur gehofft, dass sich die Qualität der Nikon KeyMission 360 von den anderen Kameras erheblich abhebt. Leider musste ich erkennen, dass die Qualität ähnlich schlecht ist, wie bei der Ricoh Theta S allerdings kostet diese rund 170,00 Euro weniger.

Fazit

Ich weiß nicht wirklich ob sich Nikon damit einen Gefallen getan hat, diese 360 Grad Kamera auf den Markt zu bringen. Mein Gefühl sagt mir eher, dass Nikon unbedingt eine solche Kamera am Start haben wollte, allerdings die Entwicklung noch in den Kinderschuhen steckt. Das ist sehr schade, wo Nikon doch in diesem Jahr die tolle D5 und D500 auf den Markt gebracht und damit richtig abräumt hat.

Die Verarbeitung der KeyMission ist wirklich gelungen und macht einen absolut hochwertigen Eindruck. Von Haus aus Wasserdicht ist auch eine tolle zusätzliche Option und für eine Action Cam ein Muss. Bedienung über die App SnapBridge 170/360 ist eine absolute Katastrophe und nimmt einem jegliche Freude am Fotografieren bzw. Panoramen erstellen. Das größte Problem sehe ich aber in der Qualität der Aufnahmen. Auch ein Hobbyfotograf versucht das Beste aus seinen Bildern heraus zu holen und wird mit der Qualität der KeyMission 360 nicht zufrieden sein. Nikon wird sicherlich noch einiges nachbessern müssen, aber ob das ausreichend ist, mag ich zu bezweifeln. Mein Fazit ist, dass diese 360° Kamera für mich als professionellen Fotografen ungeeignet ist und sie meinen Ansprüchen nicht genügt.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Nikon KeyMission 360

 

Hier noch zwei Beispiele. Die Panoramen wurden nicht nachbearbeitet. Beim zweiten Bild habe ich mit der App die Belichtung auf +0,7 EV gestellt. Es war ein bewölkter Dezembernachmittag mit eigentlich ausreichend Licht gegen 15:00 Uhr.

360° Video Test Nikon KeyMission


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